März 10, 2008

O Not, O Elend!

080310_fnfvorzwlfDie Uhr stand schon lange nicht mehr auf Fünf vor Zwölf, Mitternacht ist schon länger überschritten. Ist das ein Grund, gleich die Uhr kaputt zu machen?

Was macht man eigentlich als Trainer auf einer Pressekonferenz, wenn man die Gewissheit hat dass die eigene Mannschaft einfach unglaublich Scheisse gespielt hat, dies aber so nicht sagen darf? Ich weiß es nicht, aber der Fellner hat es gestern ganz gut über die Bühne gebracht; dass er am liebsten wortlos verschwunden wäre, war ihm gleichwohl anzumerken.

Harli war nicht da; krankheitsbedingt darniedergestreckt, ebenso wie Robert Dühring. Sajmen Hauer fällt bekanntermaßen die gesamte restliche Saison aus. Mithin fehlten also der Headcoach und zwei Fünftel der Starting Five. Die anderen waren da. Irgendwie…

Schon beim rituellen Einlaufen in die Halle hatte ich das Gefühl, als gehe da heute nicht viel. Die Körpersprache der Mannschaft sagte nicht Jetzt erst recht oder gar Wir packen das noch. Keine breiten Schultern und Brustkörbe, nichtmal hängende Schultern. Vielmehr an die Konsistenz eines Kaugummis erinnernd, joggten die Spieler sowohl vor als auch während der Partie über den Platz. Jung wie alt.

Rick Stafford war Bemühen anzusehen. Und Ärger, vornehmlich über sich selbst. Zurecht, wie ich anmerken darf. Michael Laker war da, glaube ich. Wenigstens steht er auf dem Scouting, also muss er da gewesen sein. Kevin Hanson war zumindest zu Beginn des Spieles engagiert, aber schon nach dem dritten Wurfversuch war klar, dass er heute vom Tretboot aus das Wasser nicht treffen würde.

Zwei kleine Lichtblicke waren Dominik Schneider und Stefan Schmidt. Letzterer spielte in der ersten Hälfte des öfteren Schmidteinander mit dem Gegner, was bei ihm immer ein wenig putzig aussieht: im trügerischen Bewusstsein, ein 2,07m großen Jungspund sei eh keine Gefahr von jenseits der Dreierlinie, lässt ihn der Gegner dortselbst oft mal alleine rumstehen. Dann klingelt’s. Den Fehler machte Lich zwar nur zwei mal, wurde aber prompt beide male dafür bestraft. Mit diesem Wenn ich nicht weiß wohin mit dem Ball, schmeiß ich ihn eben rein Gesichtsausdruck sorgte er für zwei der lediglich drei erfolgreichen Distanzwürfe des Abends (der dritte war Juan Reile im letzten Viertel). Unterm Strich 14 Punkte, acht Rebounds für Stefan. Ordentlich.
Dominik Schneider sorgte unter den Körben für den Einsatz, den ich bei Hanson so vermisse. Desweiteren für 17 Punkte und ebenfalls acht Rebounds. Ja, Schneider und Schmidt konnten ansatzweise gefallen.

Der Gegner aus Lich? Der hatte in Brandon Jenkins (31 Punkte, sieben Assists) den überragenden Mann auf dem Feld, in Johannes Lischka einen 20jähriges Beweis, dass Nachwuchsförderung Sinn macht und in Gary Hamilton den Spieler, der nur um einen mickrigen Punkt das Triple Double verpasste: neun Punkte, elf Rebounds, zehn Ballverluste! Ansonsten hatten die Hessen an diesem Abend nicht mal Chance zu beweisen, dass  sie ein potentieller Abstiegskandidat sein könnten. Dazu hätte es notwendigerweise eines Gegners bedurft…

Offiziell 300 Zuschauer haben sich das gestern Abend angetan. Mehr werden es wohl auch nicht mehr, wenn nicht der Gegner Zuschauer mitbringt.
In zwei Wochen kommt Schalke, am 6. und 12. April Bremen und Hagen. Dann hat es ein Ende. Das Ziel Nachwuchsförderung, also: die jungen Spieler zu besseren Spielern zu machen, hat zweifellos funktioniert. Allesamt haben sie im Vergleich zu Saisonstart zugelegt und von der Stärke der Liga profitiert. Warum man ihnen die Chance genommen hat, auch nächstes Jahr in dieser Liga stärker zu werden, bleibt mir indes ein Rätsel. In der zweiten Liga besser werden um das Jahr danach die dritte Liga zu rocken? Macht das Sinn? Wird die Uhr neu gestellt? Von zehn nach Zwölf auf zehn vor Zwölf? Auf Halb Fünf? Oder gar nicht, weil es eh keinen mehr interessiert wie die Uhren beim kleinen Anhängsel des Deutschen Meisters laufen?

Eine Sonnenuhr wäre eine tolle Idee. Da spielt es keine Rolle, wenn für Falke das Licht ausgeht.

März 4, 2008

Grau

080304_grauSportlich gesehen ist das Leben momentan ziemlich grau. Dunkelgrau sogar. Falke steigt ab. Der Club steigt ab. Die Knicks… nein, die nicht.

Chemnitz und Düsseldorf machen es vor. Einfach mal gewinnen, wo es keiner vermutet. Chemnitz gewinnt gegen Hagen, ebenso wie vor einigen Wochen gegen den MBC. Düsseldorf gewinnt am Wochenende in Heidelberg, vor einem Monat in Bayreuth, davor sogar in Karlsruhe. Nur wir verlieren immer. Zwei knappe Rückrundensiege in Langen und zuhause gegen Chemnitz, das reicht nicht. Unser Restprogramm aus sieben Spielen beinhaltet u.a. Partien gegen Lich, Schalke, Düsseldorf und Bremen. Selbst wenn wir gegen alle Vier den maximal möglichen Schaden anrichten hilft uns das nicht auf den rettenden drittletzten Platz. Bestenfalls hilft es dem momentanen Vorletzten aus Chemnitz. Man muss kein Schwarzseher sein um uns nächste Saison in der grauen Pro B zu sehen – wenn nicht gleichzeitig noch zwei Vereine über uns pleite gehen…

Der Club scheint sich aus dem selbst geschaufelten Loch ebenfalls nicht befreien zu können. Die Tabelle zeigt den FCN punktgleich mit dem Tabellenletzten Duisburg auf Platz 16, nur durch eine um zwei Tore bessere Differenz getrennt! Auf den rettenden 15.Rang sind es zwei Punkte Unterschied, auf den 14. gar deren fünf. Und am Samstag kommt der HSV, nicht unbedingt ein Aufbaugegner.

Die Knicks? Haben soeben ihr Heimspiel gegen die New Orleans Hornets verloren (88-100). Interessant war, was Hornets-Coach Byron Scott über seinen Spielmacher Chris Paul gesagt hat.

"That’s what great players do. Either make a play for themselves or make a play for their
teammates. He did a real good job of getting to the basket. And when he
wasn’t getting to the basket he was finding open guys.“

Die Wahrscheinlichkeit, dass Isiah Thomas so etwas jemals über Steph Marbury sagen kann, ist nicht wesentlich höher als das Erreichen der Finals noch in dieser Saison.
Steph ist ohnehin noch außer Gefecht, wegen seiner Operation. Die "Rumors" um eine eventuelle Trennung nach der Saison reißen ja nicht ab, ebenso wie die um eine Trennung von Eddy Curry und/oder Zach Randoplh. Ja, sogar über einen Abschied von Isiah Thomas nach der Saison wurde spekuliert. Will Dolan Zeke helfen, sein Gesicht zu wahren und nach der Saison selber auszusteigen?

Die Knicks können einem zuweilen die Tränen in die Augen treiben. Oder gar Falten ins Gesicht…

Um endlich mal was Positives zu vermelden: In der sogenannten Qualifikationsrunde der NBBL, Süd, konnten die Franken Hexer einen ungefärdeten 100-66 Sieg über Ulm landen. Man mus schon zweimal hinschauen, um das eigentlich Großartige daran zu sehen: den Triple-Double von Basti Doreth (13 Punkte, elf Rebounds, elf Assists)!
In den Playoffs unterlag Breitengüßbach in Speyer mit 76-81, das Rückspiel findet am Sonntag in Güßbach statt.

Februar 22, 2008

Update

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Was wäre nicht alles zu Schreiben gewesen in den letzten Tagen und Wochen. Blockbuster in der NBA, Tod und Auferstehung der Köln 99ers, die beiden Niederlagen meiner Falken in Karlsruhe und Heidelberg.

Nicht zuletzt: die Reaktivierung eines 35jährigen, seit zwei Jahren im Ruhestand befindlichen Rick Stafford, um  unsere Basketball-Azubis vor dem freien Fall zu bewahren. Unabhängig von der eigentlichen Personalie Stafford – ich habe das Spiel in Heidelberg nicht gesehen, kann zu seiner Leistung folglich nichts schreiben – überrascht der Zeitpunkt doch ein wenig. Der Kauf eines neuen Satzes Winterreifen um den TÜV-Prüfer über die kaputten Bremsen des Autos zu täuschen könnte nicht tragischer sein.

Zu all dem habe ich nichts geschrieben, weill ich einfach keine Lust hatte. So einfach ist das.

Gestern Abend habe ich mir auch noch den Club angetan. "In Würde verloren" kann man dazu wohl sagen. Hoffentlich nehmen die Jungs wenigstens das Bewusstsein, "es" zu können, mit ins Sonntagsspiel gegen Cottbus.

Hab’ ich noch was Wichtiges vergessen? Ich glaube nicht…

Februar 10, 2008

Mit’m Arsch

080210_hintern
"Was er mit den Händen aufgebaut hat, reisst er mit’m Arsch wieder ein", so der trockene Kommentar meines Nachbarn nach dem technischen Foul gegen Michael Lake – aber der Kommentar hätte ebensogut zum gesamten Spiel gepasst…

Das 59-73 gegen die Kaiserslautern Braves fällt unter die Rubrik "verdient, aber zu hoch verloren", wie unser Spielbericht sehr richtig feststellt. Natürlich sind die Pfälzer auf jeder Position besser besetzt als unser Team, sodass für einen Sieg schon alles erdenkliche zusammenkommen müsste. Wie zu Beispiel 40 Minuten höchste Konzentration ohne diese gelegentlich vorkommenden gedanklichen Aussetzer in der Defense. Oder das Ausnutzen der Freiräume, die einem drei ausgesprochen großzügig pfeifende Schiedsrichter zur Verfügung stellen.

Wenn ich schon mal einem Gegner körperlich überlegen bin, was gestern aber nur bei Hanson (gegen alle außer Robbins) der Fall war, dann muss ich diese Überlegenheit ausnutzen sobald mir klar wird, dass die Schiedsrichter heute gegen körperliches Spiel nichts einzuwenden haben. Das heißt umgekehrt nicht, dass ich mich beim Block so ungeschickt bewege dass selbst der Pizzabäcker im Eingangsbereich es noch gesehen hat – dann müssen auch die großzügigsten Schiedsrichter das Foul pfeifen!
Wenn ebendiese Schiedsrichter auch das Ahnden des Drei-Sekunden-Verstoßes konsequent unterlassen, dann stelle ich mich eben auch unter den Korb und warte in aller Ruhe auf den Ball. Wenn ich dann rausgepfiffen werde und der Gegner nicht, kann ich mich immer noch aufregen; vorher bringt’s gar nix.
Aber das Ausnutzen dieser kleinen Freiheiten gehört wohl auch zu den feinen Unterschieden zwischen Männer- und Jugend-Basketball…

Gach dem beeindruckenden Gastspiel der Nördlinger war gestern mit Kaiserslautern wieder eine Mannschaft zu Gast, die mich nur mäßig beeindruckt hat. Besseres Teamplay als Cuxhaven, zugegeben. Und sicherlich hätten sie noch den einen oder anderen Gang zulegen können, gemäß dem Motto, ein Pferd springe nur so hoch wie es eben muss. Diesen vorletzen und letzten und vielleicht sogar noch den allerletzen Gang aus dem Gegner herauszukitzeln, das ist unserer Mannschaft gestern leider nicht gelungen. Wann immer wir, teils mit Kampf, teils mit Spiel, dran waren – mit einer hohen Wahrscheinlichkeit taten wir das, wofür mein Banknachbar Michael Lake zu Beginn des Spiels schalt: einreißen, was wir zuvor mühsam aufgebaut hatten.

Die Fortschritte der Jungs sind immer offensichtlicher. War es in den vergangenen Wochen noch Dominik Schneider, der mich beeindruckte, so war es gestern vor allem Fabian Brütting! Zwar sieht es immer so aus, als würde er sich beim Zug zum Korb unterwegs verlaufen und nähme statt dem direkten und schnellen Weg immer einen die Shotclock strapazierenden Umweg, irgendwie ist der doch plötzlich unterm Korb und macht entweder den Korbleger oder zieht das Foul. Die Art, wie er Stuart Robbins gestern das fünfte Foul anhängte war die frechste Aktion des Abends – der arme Robbins konnte gar nicht anders, er wurde quasi von Fabian vom Platz getragen…
Bilde ich mir das nur ein, oder spielen Brütting und auch Doreth mit deutlich mehr Hirn und Selbstvertrauen, seit Hauer verletzungsbedingt fehlt? Wie wär’s mal mit zweien der Drei (bei vollem Selbstbewusstsein!) auf dem Feld und dem Laker auf SF?

Freitag in Karlsruhe, Mittwoch in Heidelberg

Mitabsteiger Karlsruhe ist momentan die Wundertüte der ohnehin schon schwer einzuschätzenden Pro A. Als Mitfavorit gestartet haben die Badener nun vier Niederlagen in Folge gesammelt. Darunter eine Heimniederlage gegen Düsseldorf.
Heidelberg schwebt schon über dem Abgrund, an dessen Felswänden wir eben wieder hochklettern wollen.

Nochmal abrutschen und Runterfallen können wir uns nicht leisten. 

Januar 28, 2008

Wolf Nr.7

080128_wolfVon der puren Erwägung, unsere Mannschaft könne gegen Nördlingen auch nur den Hauch einer Siegeschance haben, verabschiedeten sich auch die allergrößten Optimisten nach weniger als zwei Minuten. Wie der Wolf über die sieben Geißlein machte sich der Gegner auf, uns einen nach dem anderen zu vernaschen. Und der Leitwolf spielte noch nicht mal mit.

Vorweg: die VPV Giants Nördlingen waren bei diesem 40-70 das beste Team, das sich bisher im Nürnberger BBZ vorgestellt hat! Das war eine Mischung aus Athletik, Technik, Taktik und Spielintelligenz, wie ich sie gerne sehe und gerne öfter sehen würde – bisher aber noch nicht in der laufenden Pro A Saison gesehen habe!

Lange und breite Kerle mit guter basketballerischer Grundausbildung, die dennoch die Show nicht vernachlässigen. Alleine für die Dunks von Jamar Howard habe ich in Erwägung gezogen, nachträglich zur Kasse zu gehen und Eintritt zu bezahlen – so schöne Alley Oops gab es seit Julius Jenkins nicht mehr in dieser Halle! Dafür gab es berechtigterweise reichlich Aplaus, auch und gerade von den Nürnberg Fans.

Die Nördlinger machte von Anfang an klar, dass sie hier den maximal möglichen Schaden anrichten wollen. Druckvolle Presse von der ersten Sekunde an (unter der unsere Mannschaft zu Beginn der Saison noch mit vor Angst geweiteten Augen zusammengebrochen wäre – ein Fortschritt, der gestern nicht zu übersehen war!), schnelles und direktes Spiel, das Ausnutzen der reichlich vorhandenen körperlichen Überlegenheit – all dies bis weit ins vierte Viertel hinein.

Nearle-Coach Andi Wagner konnte sich sogar erlauben, einen Ty Shaw von der Bank kommen zu lassen. Während bei uns alle neun auf dem Bogen stehenden Spieler mit mindstens zehn Minuten zum Einsatz kamen, ließ Wagner von seinen zwölf mitgereisten Recken nur acht aufs Feld. Dima Rastatter und Matthias Wallimann spielten nicht, ebensowenig wie der an einem Bandscheibenvorfall leidende Carl Mbassa. Auch nicht im Einsatz: Der Mann mit der Nummer Sieben, Walter Emmert, 0,00m großer und 0kg leichter Point Guard der VPV Giants! In Ermangelung einer den Regularien der "jungen Liga" genügenden Anzahl deutscher Spieler darf Emmert, seines Zeichens Mannschaftsbetreuer(?) der Rieser, mit auf das Mannschaftsfoto. Kein Zweifel, dass der Wolf mit der Nummer Sieben, sollte das Spiel gegen Ende nochmal knapp werden, auf Feld kommen und auch das letzte Geißlein, welches sich bekanntlich in der Standuhr versteckt, finden und fressen würde.

Während Flo Pöhlmann in seinem Artikel noch wunderbar ironisch vom "betagten älterer Herren mit graumelierten Schläfen und einem «versteckten« Basketball unter dem prallen T-Shirt" schwärmte, kreierte Harli den Spruch des Tages; bei der Pressekonferenz redete er dauernd von der "youngleaguedotcom" – ein angesichts der amerikanischen Ausrichtung der Gäste nur unzureichend verklausulierter Seitenhieb Richtung Krater.

Warum hat außer mir keiner gelacht? Hat sich keiner getraut, oder hat es niemand verstanden?

Januar 25, 2008

Katastrophen und andere Kleinigkeiten

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Abgesehen von zwei Falke-Siegen aus den letzten beiden Spielen kann ich wenig positives über meine Lieblingssportart berichten. Von New York nach Köln, von Berlin nach Bamberg – die Katastrophen häufen sich.

Katastrophe Nummer 1

Man stelle sich vor, die Knicks gewinnen vier aus fünf Spielen und ich freue mich nicht. Dass es so weit kommen muss!?
Nach neun Niederlagen in Folge (den Sieg über die Bulls lasse ich außen vor, die sind für mich die Entäuschung des Jahres!) hatte ich beinahe täglich auf die erlösende Nachricht gehofft: Thomas got fired!
Nix da.

Vier Siege aus fünf Spielen zwischen 13. und 19. Januar machten alles wieder zunichte. Zeke ist und bleibt Coach und General Manager der New York Knicks.
Vier Siege für Falke und weiterhin Niederlagen für die Knicks wären für alle Beteiligten besser gewesen…

Nach der Niederlage gegen die Boston Celtics, bei der Kendrick Perkins in der ersten Halbzeit 22 Punkte machen durfte (sein Schnitt aus dieser Saison beträgt 7,2 ppg!) gehen die Knicks nach dem heutigen Spiel (zuhause gegen die Sixers) auf die Reise. Golden State, Lakers, Jazz, Blazers, Sonics. Oder kurz: Nullzufünf.

Vielleicht lassen sie Zeke irgendwo hinter Seattle über die Grenze nach Kanada laufen und fliegen alleine heim. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Katastrophe Nummer 2

Die Köln 99ers sind das Gegenstück zu den Knicks. Erfolgreich, aber pleite.

Diese Meldung hat nicht nur bei mir einen gewissen Schockzustand ausgelöst. Insolvenz, dieses hässliche Wort.

Es ist ja nicht die erste Insolvenz, wahrscheinlich auch nicht die letzte. Aber sie ist anders. Während mit Hagen, dem MBC oder gar Nürnberg weitgehend erfolglose Vereine, oder wenigstens Vereine die ihre beste Zeit lange hinter sich haben, insolvent wurden, so trifft die Pleite nun einen Meister (2006) und Pokalsieger (2004/05/07) sowie einen der wenigen, der sich in den vergangenen Jahren auf europäischer Ebene nicht gänzlich blamierte.
Über das "Warum" gibt es andernorts genug zu lesen. Das "Und jetzt?" ist spannender, und zwar für die gesamte Liga. Unabhängig davon, ob Basketball in Köln am Leben erhalten werden kann, ist die Insolvenz eine bodenlose Katastrophe für diesen Sport. Wie soll man z.B. einem Fernsehesender die BBL nahe bringen, wenn einer der erfolgreichsten Vereine der letzten Jahre pleite geht? Warum sollen Sponsoren auf’s Basketball-Boot springen, wenn selbst Meister und Pokalsieger bei Windstärke Vier jämmerlich absaufen?

Das kollektive Daumendrücken der Gesamtheit aller Basketballfans (von denen, wie ich vermute, ein nicht geringer Teil auf schoenen-dunk postet) zeigt ehrliche Betroffenheit und Bangen. Und das nach all der Häme, die über dem "Retortenverein" in den Jahren ausgeschüttet wurde!

Katastrophe Nummer 3

ALBA Berlin ist nicht pleite. Wenigstens nicht finanziell. Ein gewisser sportlicher Offenbarungseid hingegen ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Das 76-91 in Sarajevo beendete endgültig die internationalen Träume von JJ & Co. Die Abschlusstabelle der ULEB-Cup Gruppe A zeigt ALBA auf Rang Fünf. Punktemäßig gleichauf mit Sarajevo und Siaulla, aber aufgrund des verlorenen direkten Vergleichs mit der Arschkarte auf Platz Fünf.
Entprechend mies gelaunt ist Peter Schelling in seinem ALBA-Blog.

Klar könnte mir ALBA irgendwo vorbei gehen, wenn Julius nicht dort spielen würde. Aber ein weiterer deutscher Verein im internationalen Wettbewerb wäre irgendwie ganz schön gewesen. Denn Bamberg ist auch nicht mehr dabei…

Katastrophe Nummer 4

Es gibt Niederlagen und Niederlagen. Ich meine, man kann deutlich verlieren oder auch richtig auf die Fresse bekommen. Zur Erinnerung: 59-109 gegen Bremerhaven. Oder 50-77 gegen Bayreuth. Beruhigend ist: so etwas kann auch anderen passieren. Wie Chemnitz (31-78 in Bayreuth). Oder aber Bamberg!

37-85 bei Partizan Belgrad! Zehn, acht, zehn und neun Bamberger Punkte in den Vierteln Eins bis Vier. Selbst die Bamberg-Basher unter meinen Lesern sollten bei diesem Ergebnis demütig innehalten.
Nächsten Donnerstag kommt mit Barcelona der nächste  quasi unbesiegbare Gegner in die JAKO-Arena. Das Hinspiel endete 80-58 für Barça. Als gemeiner Basketballfan ist das Spiel eigentlich ein Pflichttermin: Basile, Sanchez, Marconato, Lakovic, Vazquez, Ilyasova, … – das sind doch Spieler, für die es sich lohnt Eintrittsgeld zu bezahlen!

War’s das erstmal mit den Katastrophen? Mir persönlich reichen diese Vier, ich brauche nicht mehr davon…

Januar 24, 2008

Siegesserie!

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Diese Mannschaft macht es einem nicht einfach. Kaum habe ich mich gedanklich von Falke verabschiedet und bin einfacher Basketballfan geworden (was, wie ich betonen möchte, niemals an der Mannschaft oder den Spielern sondern vielmehr an den "Umständen" lag), da zieht sie mich schon wieder in ihren Bann.

Eines dieser knappen, nervenaufreibenden Spiele ist vorbei, diesmal mit gutem Ausgang (70-69) für uns. Zwei Siege in Folge haben wir nun, beide mit nur einem Punkt. Angesichts der vielen knappen Niederlagen der Vergangenheit ist das nur recht und billig.

Chemnitz’ Coach Bill Magarity begann seinen Part der Pressekonferenz mit der Aussage, "Nürnberg war uns von der ersten bis zur letzten Sekunde überlegen." Das mag angesichts des knappen Ausgangs überraschen, zeugt aber von Magaritys Fairness und Sportsgeist.
Tatsächlich waren die ersten Minuten des Spieles ganz nach unserem Geschmack. Kevin Hanson war eine Macht unter dem Korb (4/5 aus dem Feld, drei Rebounds, ein Block), während die Gäste aus Chemnitz, mit laut- und zahlenstarkem Anhang angereist, lediglich fünf getroffenen Würfen gar acht Ballverluste beisteuerten.

Dem 23-13 des ersten Viertels folgte ein 13-23 im zweiten. Drei von vier Chemnitzer Dreiern fielen rein, Hanson wurde besser verteidigt. Dafür hatte Robi etwas mehr Platz, McDuffie traf einen schönen Dreier ebenso wie Peter Zeis. Ach ja, Zeis: was für ein Kampfschwein (Sorry)! Wenn der den Ball haben will, dann will er ihn verdammt noch mal haben, und wenn er dafür Shaq O’Neal oder die Chinesische Mauer umhauen muss, dann ist es eben so. Mit dem Jungen möchte man keinen Ärger auf dem Spielfeld haben! Aber mir hat’s gefallen…

Im dritten Viertel hielten uns Hanson (6) und Lake (8) punktemäßig über Wasser. Unsere Freiwurfquote war bis zur 30.Minute allerdings auf beschämende 47% (8/17) gefallen. Bei Chemnitz drehte nun Thomas Fairleys etwas besser auf, dafür dilettierte Christian Simmons vor sich hin. 18-16, zwei Punkte Vorsprung für das letzte Viertel.

Der letzte Spielabschnitt bot wieder was für die Nerven. Hanson (3/3 FG, weitere vier Rebounds, am Ende 21 Punkte, 12 Rebounds!) und Robi (ebenfalls 3/3, am Ende 15/7) spielten ihre Routine aus – der andere Routinier, Michael Lake, spielte mit unseren Nerven Jojo. Zwar schien er mit seinen 34 Jahren immer noch schneller im Laufen zu sein als alle jüngeren Gegenspieler im Denken, doch von jenseits der Dreierlinie schoss er minutenlang eine Fahrkarte nach der anderen. Die Würfe waren, bis auf einen, allesamt frei und klug, aber eben erfolglos! Der letzte aber, 22 Sekunden vor Schluss, der saß! 70-67 für Falke! Die Gäste hätten nun einen Dreier gebraucht, spielten aber (warum?) auf zwei Punkte und machten den Korbleger durch Fairley. Chemnitz hatte bis dahin nur ein Mannschaftsfoul, das allseits beliebte Stop-the-clock mussten sie sich erst mit vier Fouls "erarbeiten". Das dauerte bis 8,6 Sekunden vor Schluss, brachte aber nichts zählbares mehr ein.

Was bringt’s?

Sechs Punkte auf dem Konto, gegen drei direkte Konkurrenten gepunktet. So weit, so schön. Ein zweiter Blick auf die Ergebnisse sagt uns: gegen Chemnitz wie auch gegen Langen haben wir in der Vorrunde mit zwei verloren, in der Rückrunde mit Eins gewonne. Ergo: der direkte Vergleich spricht jeweils gegen uns!
Dennoch, es gibt wieder eine Chance auf den Klassenerhalt. Nächste Woche gegen Nördlingen geht es in eine neue Runde. Das Hinspiel wurde mit Vier verloren – sollten wir das Rückspiel (Sonntag, 17.00 Uhr) mit Drei gewinnen, dann hätte ich ausnahmsweise mal nichts zu meckern ;-)

Zwei Siege in Folge sind für unsere Verhältnisse schon fast eine Serie. Drei in Folge gab es zuletzt vor drei Jahren, in der Aufstiegssaison. Da waren es sogar 21 in Serie. Nur die Hälfte oder wenigstens ein Drittel davon wäre mir auch schon recht. Und die Qual der Wahl, ob ich nun Falke- oder Basketball-Fan bin, ertrage ich dann auch sehr viel tapferer…

Januar 22, 2008

Hoffentlich nur ein Scherz?

22.Januar, 10.38 Uhr. Die Köln 99ers vermelden soeben ihren Insolvenzantrag.

http://www.koeln99ers.de/99ers/index3.php

Ich hoffe, das ist nur ein übler Faschingsscherz…

Januar 17, 2008

Verwirrung

080117_fragezeichenJedesmal wenn du denkst, alles laufe in seiner geregelten Bahn, passiert etwas das dich vollkommen verwirrt. Falke gewinnt, die Knicks gewinnen. Hat die geregelte Bahn jetzt einen Knick, eine richtige Kurve oder macht sie gar eine 180-Grad-Wende?

Fangen wir mal mit Falke an. Sieg in Langen! Wir rufen laut "Überraschung!" und erinnern uns an das erste Heimspiel der Saison, eben gegen Langen, als die Gäste ebenfalls nur knapp und mit etwas Glück die Punkte entführten. Der Blick auf den Boxscore zeigt, dass Langen besser und erfolgreicher aus dem Feld geworfen hat, von der Freiwurflinie aber mit 4/11 nur unterirdische 36% getroffen hat. Schon unsere 14/23 (61%) sind ja nicht wirklich eine Offenbarung!

Den Sieg in letzter Sekunde gesichert hat ausgerechnet ein Ex-Langener: Kevin Hanson mit einem Korbleger nach Offensiv-Rebound! Für was so ein richtiger Brettcenter nicht alles taugen kann ;-)
Sein Kollege Mark Kelley hingegen hatte einen ausgesprochen miesen Abend. Zwar reichte es bei mäßiger Quote noch zu 13 Punkten und neun Rebounds, aber er vergeigte in der Endphase des Spieles vier Freiwürfe in Folge!
Das berühmte Quentchen Glück diesmal also auf unserer Seite? Scheint so. Wobei man sich Glück ja auch erarbeiten muss, heißt es. Was uns umgehend zur Frage bringt, warum das Glück dann bisher so selten auf unserer Seite war…

Mittwoch (Chemnitz) und Sonntag (Nördlingen) haben wir also nochmal die Chance, in den Abstiegskampf ernsthaft eingreifen zu dürfen. Nicht: den Abstieg zu verhindern! Nein, wieder gegen den Abstieg spielen zu dürfen!

Three in a row!

Zum ersten Mal seit etwa einem Jahr haben die New York Knicks drei Spiele in Folge gewonnen. Zum ersten mal seit acht Jahren(!) haben die Knicks drei Spiele der regulären Saison gegen die New Jersey Nets gewonnen.

Man ist als Knicks-Fan mittlerweile demütig geworden und freut sich auch über Dinge, die Fans anderer Clubs gar nicht erst auffallen ;-)

Die beiden Siege über die Pistons (89-65) und die Wizards (105-93)  waren schon erstaunlich genug. Wenigstens auf den ersten Blick. Tatsächlich waren beides Siege im heimischen Madison Square Garden (auch wenn ständige Buh-Rufe und Fire-Isiah-Gesänge nicht wirklich motivierend sind, so ist es allemal besser als in fremder Halle gegen fremdes Publikum zu spielen), die Pistons waren beim vierten Auswärtsspiel in fünf Tagen ziemlich platt und die ebenfalls müden Wizards standen nach zuvor zwei Siegen über die Celtics (!) wohl noch unter zu hohem Adrenalin-Einfluss.
Aber nun ein Sieg in New Jersey? Nach zwölf Minuten führten die Nets schon mit 33-18, Jason Kidd hatte bereits zehn Assists gesammelt! Am Ende kam er auf 17 (siebzehn!) Assists, aber der Sieg ging an die Knicks.

Craw hatte wohl mal wieder einen jener Abende, an denen er nicht zu stoppen ist. 35 Punkte, acht Assists, nur ein Ballverlust. Ein Dreier zum 102-102 Ausgleich mitten in Kidds Gesicht. Statistisch gesehen müsste Crawford nun wieder acht Spiele mit ca. 3/20 aus dem Feld folgen lassen.
Freitag und Samstag geht es nach Washington und Miami. Wenn es dann heißt "Five in a row" verliert New York vielleicht auch das letzte realistische Ziel aus den Augen: den #1-Pick!

Januar 11, 2008

Krisen allüberall

080111_kriseDer fränkische Basketballanhänger hat es nicht leicht, derzeit. Nürnberg und Bamberg überbieten sich mit Niederlagen, in Bayreuth beschweren sich die Fans abwechselnd über den Trainer oder den Präsidenten oder ihre sog. Söldner, oder oder oder…

Falke hat dieses Wochenende spielfrei. Am Mittwoch treten wir in Langen an. Die "Giraffen" sind bei fünf Siegen aus 15 Spielen derzeit Elfter der Tabelle und könnten, um aus der Abstiegszone wegzukommen, einen Heimsieg gegen den Tabellenletzten gut gebrauchen. Unser Heimspiel gegen Chemitz wurde auf Mittwoch den 23.Januar verlegt. Diese beiden Spiele sind so etwas wie unsere beiden letzten Strohhalme. Zwei Siege retten uns noch nicht, aber sie sorgen dafür dass wir noch weitere Strohhalme bekommen. Zwei Niederlagen machen den Rest der Saison zum Schaulaufen.  Zu einer Art Trainingseinheit unter Mitwirkung eines Gegners. 

Ähnlich ergeht es den Spielern aus der Stadt ohne Namen – wenigstens was die Euroleague betrifft. Die Niederlage bei Lottomatica Rom hat besiegelt, was ohnehin schon klar war: die Euroleague-Saison ist quasi beendet, die drei verbliebenen Spiele (gegen Fenerbahce, in Belgrad und zum Abschluss gegen Barça) sind auch mehr eine Bewegungstherapie als ein Kampf um den Vorletzten Platz in Gruppe C.
Sieben (Acht?) Niederlagen in Folge hat Brose mittlerweile hinnehmen müssen. Gab es das schon mal in der 40jährigen Geschichte des Vereins?
Mit Mithat Demirel ist übrigens der nächste Nationalspieler in Bamberg angekommen. Nix gegen Demirel persönlich, auf mich machte er immer einen sympathischen Eindruck. Aber wieviele Verstärkungen in Nürnberg bekommt man eigentlich für einen Demirel in Bamberg – wenn man es denn will?

Er ist noch immer da!

Isiah Thomas ist noch immer Manager und Coach der Knicks. Jedesmal wenn ich denke, nach dieser Niederlage rollt der Kopf, bringen die Knicks irgendwie einen Sieg nach Hause und der ganze Scheiss geht wieder von vorne los. Und wieder einmal spielen die Bulls (immer noch ohne Luol Deng) den Aufbauhelfer, lassen sich im letzten Viertel den Sieg klauen! Man stelle sich vor, ich freue mich nicht über einen Sieg gegen die Chicago Bulls! Unvorstellbar, so was…
Tags darauf der Start in eine neue Niederlagenserie, beim 92-101 gegen Houston streut Yao Ming 36 Punkte und elf Rebounds ein. Bei den Rockets fehlt wohlgemerkt (immer noch) Tracy McGrady. Und Dikembe Mutombo musste gar nicht erst eingreifen.
Zeke wurde zu Beginn des letzten Viertels disqualifiziert, weil er den Schiedsrichter zu heftig auf wiederholt nicht geahndete Drei-Sekunden-Verstöße von Yao Ming hinwies. Und dies nicht etwa auf dem Spielfeldrand, sondern mitten auf dem Feld, wobei er den Schiedsrichter wohl berührt haben soll. In etwa so wie Basit damals den Schiedsrichter in Leverkusen? ;-)

Das schlimmste steht uns noch bevor: die Trading Deadline am 22.Februar. Was könnte Zeke bis dahin noch alles anstellen? Irgendwas mit den Namen Lee, Collins oder Balkman auf der einen Seite und überbezahlten, alten, alkoholabhängigen Superstars auf der anderen?

Was amüsantes zum Schluss? Wie wäre es mit diesem Artikel mit der Überschrift Knicks: arrogant, faul, inkompetent?