April 24, 2008...12:46
Büffet ohne Namen
Ist es eigentlich verwerflich, sich von Franken 1st zum Heimspiel der Brose Baskets einladen zu lassen, in der VIP-Lounge zu essen und zu trinken und sowohl zuvor als auch danach eher Schlechtes als Gutes über den Gastgeber zu schreiben? Dann will ich wenigstens mal all das Gute aufschreiben, das mir gestern wiederfahren ist…
Die Stadt ohne Namen hat, das muss ihr der Neid lassen, eine höchst professionelle Art mit ihren “VIPs” umzugehen. Die Lounge (so nennt man das Sperrgebiet, in dem Sponsoren und andere wichtige Leute von normalen Zuschauer getrennt verköstigt werden) ist ein Augenschmaus. Das Büffet - genauer: die beiden Büffets - ebenfalls. Ich dachte, die Art wie wir unsere Partner und Sponsoren in der Arena verpflegt haben sei schon gut, richtig gut. Aber was die Brose Baskets auftischen und für ihre Sponsoren tun: Respekt!
So ungefähr stelle ich es mir beim FC Bayern München vor. Und tatsächlich hat ja der Basketball in Bamberg denselben Status wie der Fußball in München.
Voll war es auch, in der Lounge. Sehr voll. Schwer zu schätzen, wieviele Leute gestern hier waren, aber deutlich weniger als unser Zuschauerschnitt in der BBL war es nicht. Das Essen war gut und reichlich, die Getränke ebenso.
Genug des Lobes, kommen wir zum Spiel. Gegner war die bereits abgestiegene Mannschaft aus Jena. Und die Thüringer, angetreten mit effektiv sechseinhalb Spielern (zehn auf dem Meldebogen, darunter Trainer Sean McCaw, der bandscheibengeschädigte Jamal Basit und mit Friedrich Lennartz und Florian Reinhardt zwei 20jährige mit zusammen 90 Minuten BBL-Erfahrung), verkauften sich auch gar nicht schlecht. Von Beginn an mit Zone zu verteidigen ist zwar kein Genuss fürs Auge, aber offensichtlich effektiv gegen die Brose Baskets. Lavelle Felton erwies sich als ständiger Unruheherd, Jason Miller als zumindest solide gegen die Bamberger Rebound-Verweigerer und Mark Davis hätte bestimmt ein großer Spieler werden können, wenn er endlich mal die Schnauze hielte.
Auf Bamberger Seite gefiel mir eigentlich nur Robert Garrett richtig gut, mit Abstrichen noch Darren Fenn. Mithat Demirel kreierte mit “Schnell nach Vorne laufen, an der Dreierlinie abstoppen, schauen, Ball wegwerfen” eine eigenwillige Art des Fastbreaks und sah sich, wenn er gemeinsam mit Hamann auf dem Feld stand, des öfteren mit angstgeweiteten Augen dem gefühlt 20 cm größeren Felton gegenüber. Jared Reiner übte das rebounden ohne vom Boden abzuspringen (das kann nur Robert Dühring!) und Steffen Hamann dachte nach dem ersten erfolgreichen Dreier, er könne werfen. Kann er aber nicht. Kurzum: ohne Robse wäre es verdammt eng geworden.
Ein Lichtblick war die Punkteausbeute innerhalb der Mannschaft. 56 der 77 Punkte kamen von deutschen Spielern. Da lacht das Herz des deutsch-fränkischen Franken 1st Fans…
Zur Unterhaltung beigetragen haben auch die drei Schiedsrichter nebst zweifacher Rudelbildung, besonders gegen Ende des ohnehin schon entschiedenen Spieles. Von meinem Platz aus ( Nordtribüne Reihe 20, also ziemlich weit oben) überblickt man das Feld sehr schön, aber so kleine Einzelheiten die zu technischen Fouls führen bekommt man leider nicht mit. Die Anzahl der gestern verteilten Ts ging aber deutlich über das bisher gesehene Maß hinaus.
Vielleich komme ich zu den Playoffs nochmal in die Stadt ohne Namen. Auf eigene Kasse, natürlich.
Playoffs!
Die haben in der NBA mittlerweile schon begonnen.
Im Westen führen alle Teams, die in Spiel Eins und Zwei Heimrecht hatten, mit 2-0. Inklusive der New Orleans Hornets gegen die Dallas Mavericks, was dazu führt dass Avery Johnson jetzt das bevorsteht, was Isiah Thomas schon hinter sich hat. Im Osten führen die Celtics, Cavs und Magic ebenfalls mit 2-0, lediglich Detroit hat seinen Heimvorteil gegen Philly verspielt (1-1). Und das ist - die Mavs Fans werden es mir hoffentlich nachsehen - auch schon die einzige Überraschung der bisherigen Playoffs. Die ersten Vier der jeweiligen Conference werden wohl durchkommen; was heißt, dass Dirk auch dieses Jahr keinen Titel holen wird. Auch nicht den des MVP, an dem Chris Paul nun wohl näher dran ist als je zuvor.
2 Comments
Mai 4, 2008 at 10:25
Wie bist du denn an VIP-Karten gekommen?
Wo kommst du her und, wieso bitte ist Bamberg die Stadt ohne Namen?
Mai 5, 2008 at 7:59
1) auf einladung der brose baskets für die helfer von dimplex falke nürnberg in der saiosn 07/08
2) wieso? willst du mich besuchen?
3) es heißt “brose baskets”. ohne den stadtnamen “bamberg”. daher das “stadt ohne namen”. korrekter wäre natürlich “der verein ohne namen”.
Leave a Reply